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EU-weit sinkt Zufriedenheit mit Gesundheitsvorsorgung
Österreich bildet rühmliche Ausnahme: Zufriedenheit steigt auf 69 Prozent
9/13/2007
Der Eurobarometer der EU aus dem Juni 2007 zeigt überraschende und für Österreich erfreuliche Teilergebnisse. Während in nahezu allen EU-Mitgliedsstaaten die Zufriedenheit mit Qualität, Diversivität und Barriere¬freiheit der Gesundheits- und Krankenversorgung sinkt, sind die Österreicher sehr positiv eingestellt: 69 Prozent der Bevölkerung äußern sich zustimmend zum Versorgungssystem.

Die Zufriedenheit erstreckt sich auf alle gesellschaftlichen Schichten und Berufsgruppen. Selbst Selbständige und Bezieher höherer Einkommen zeigen sich in hohem Ausmaß einverstanden. 

Lediglich 36 Prozent Zufriedenheit in den EU-15 Staaten
Europaweit sind (im Vergleich zu 2002) 2006 nur mehr knapp 36 Prozent der Bevölkerung mit den medizinischen Vorsorgeleistungen und den damit verbundenen Preis-/Leistungsangebot sowie Convenience-Faktoren zufrieden. Im Jahre 2002 waren es noch 56 Prozent gewesen (Vergleichs­basis sind natürlich ausschließlich die EU-15-Länder).
 
In den meisten Ländern der EU-15 scheinen die "Einschätzung der Funktionsfähigkeit der Gesundheitsversorgung immer weniger geeignet, um das Vertrauen in die Gesundheitssysteme langfristig zu stützen", analysiert der Forscher Claus Wendt, der die Eurobarometer-Studie betreut hat.
 
Dagegen fänden die Wertvorstellungen, die diesen Systemen zugrunde liegen, grenzüberschreitend und quer durch alle Einkommensgruppen wachsende Unterstützung: "In Ländern mit sehr unterschiedlich aufgebauten Gesundheitssystemen besteht nach wie vor weitgehend Konsens darüber, dass es die Aufgabe des Staates sei, für alle Bürgerinnen und Bürger einen Zugang zur Gesundheitsversorgung sicherzustellen", schreibt Wendt. Der Anteil der entsprechenden Antworten beim Eurobarometer stieg zwischen 1996 und 2002 von gut 57 auf gut 60 Prozent. "Darin drückt sich auch ein hohes Vertrauen in die Fähigkeit des Staates aus, ein hohes Niveau an Gesundheitsleistungen sowie einen auch für untere Einkommensgruppen finanzierbaren Zugang zur Gesundheitsversorgung verlässlicher anbieten zu können als es über alternative Strukturen, wie beispielsweise über einen privaten Krankenversicherungsmarkt, möglich wäre", so der Wissenschaftler.

Quelle: Wendt, Claus: Sinkt das Vertrauen in Gesundheitssysteme? Eine vergleichende Analyse europäischer Länder, In: WSI-Mitteilungen 7/2007.

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